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Baubericht Tamiya Xanavi Nismo R35 GT-R

       

Den ausführlichen Bericht zum Downloaden, mit noch mehr Bildern finden sie auf Modelers-Network.com
 
 
    
Das Original:
Kurz nachdem die Straßenversion des R35 ihr Debüt auf den Straßen gab, erschien auch schon der neue Nismo R35 GT-R zu Testfahrten auf der Rennstrecke von Suzuka.
Während die Hauptteile des Rennboliden aus Kohlefaser besteht, wurde das Dach aus Stahl gefertigt. Damit die Temperaturen im Cockpit nicht ins unerträgliche steigen hat man auf dem Dach eine Chromfolie aufgebracht. Die Transaxlebauweise, d. h. das Getriebe ist am Differenzial angebaut, sorgt für eine ausgewogene Gewichtsverteilung. Der V8 Motor mit 4.494 ccm Hubraum sowie die breite bullige Karosserie die einen hohen Anpressdruck erzeugt versprechen Siege. Dieser stellte sich auch umgehend beim Auftaktrennen der Saison 2008 ein. Die Erfolgsgeschichte ging weiter....

Ein kurzer Blick in den Karton
Beim ersten Blick in den Karton fällt auf des dieser Tamiya typisch, randvoll und sauber gepackt ist. Beim zweiten Blick fällt wohlwollend auf, das Tamiya auch hier kein Metallchassis verwendet hat, sondern wieder zum Plastikchassis zurückgefunden hat. Das Chassis ist genauso wie die Aufhängung allerdings sehr spärlich detailliert, aber dennoch ein Fortschritt gegenüber den letzten Super GT Bausätzen. Beim Xanavi Nismo GT-R gibt es immerhin das Getriebe mit dem Hinterachsdifferenzial.

Xanavi oder Motul?
Womit Anfangen? Die Frage stellt sich eigentlich bei jedem Modell. Zuerst einmal sollte die übersichtliche Bauanleitung sehr genau studiert werden. Die Bauanleitung ist in 19 Baustufen unterteilt und man darf auch wieder, wie schon beim Nismo Z  zwischen der Motul und der Xanavi Variante wählen. Die Lackierung der beiden Varianten unterscheidet sich nicht. Die Sponsorendecals und Scheinwerfergläser, in der Motul Variante blau eingefärbt, hingegen schon.

Die Lackierung
Der Xanavi/Motul Nismo GT-R soll laut Bauanleitung mit Tamiya TS-8 (Italian Red) und hinten mit TS-40 (Metallic Black) lackiert werden. Bevor man allerdings mit der Lackierung beginnt, muss man sich überlegen ob man die Teile A8 bis A10 (vordere Kotflügel) vorher anbringt und mit der Karosserie lackiert oder ob man zuerst diese Teile von Innen lackiert und sie dann an die Karosserie baut. Jede dieser beiden Varianten hat sein Vor- und seine Nachteile. Der Vorteil des vorherigen Anbringens liegt darin, das man sich ein paar kleinere Lackierschritte spart, dieses sich aber insgesamt schwerer Lackieren lässt. Beim späteren Anbringen der Teile ist es genau umgekehrt. Die beim Anbau der Teile entstehen Sicken kann man bei beiden Varianten noch verspachteln und verschleifen. Das Original weist an Stellen zwar Sicken auf, diese sind aber nicht so groß wie die, die am Modell entstehen. Mit einem Bastelmesser oder einen „Line Engraver“ kann man die Sicken dann so wieder nachziehen das sie annähernd wie beim Original aussehen.
Nach der obligatorischen Grundierung sollte man von hell nach dunkel lackieren, soll heißen zuerst Rot (TS-8) dann Metallic Schwarz. Von Zero – Paints, diese Farben kann man nur im Internetshop Hiroboy.com erwerben, gibt es ebenfalls spezielle Farben für den GT-R. Diese haben den Vorteil dass sie lackierfertig für das Airbrushen geliefert werden. Allerdings trocknen die Farben matt aus und erfordern unbedingt einen Klarlackauftrag. Ich habe mich für diese Farben entschieden weil mir das Umfüllen der Tamiya Farben aus der Spraydose in ein Glas, damit ich diese brushen kann, zu aufwendig ist.
Damit die Übergänge der Farben nahtlos verlaufen haben die Tamiya Produktentwickler diese an die Karosseriesicken gelegt. Eine große Erleichterung für die Modellbauer die mit dem Abkleben nicht so firm sind. Haushaltsübliche Alufolie kann eine Menge Maskiertape sparen, wenn damit z.B. der Vorderwagen eingewickelt und die Alufloie mit Tape an der Karosserie fixiert wird. Abschließend muss dann noch einmal Maskiert werden um die A-Säule und die wie  beim Original angedeuteten hinteren Seitenfenster mit Glanzschwarz zu brushen. Modellbauer die nicht über eine Airbrushausrüstung verfügen können hier entweder die Flächen mit dem Pinsel bemalen oder alternativ auch schwarze entsprechend zurechtgeschnittene Flächendecals verwenden.

Das Chassis
Mit der Lackierung hat man den schwierigsten Teil bereits hinter sich gebracht. Auch bei der Bauanleitung haben die Leute von Tamiya gute Arbeit geleistet. Hier sind bereits die alternativen Teile des separat zu erwerbenden Fotoätzsatzes enthalten. Trotzdem sollte man immer wieder seinen Blick zwischen der Bauanleitung des GT-R und der des Fotoätzsatzes schweifen lassen. Nicht zu erwähnen braucht man, so glaube ich, das die Teile vor dem Zusammenbau lackiert/bemalt werden sollten. Das, wie schon erwähnt, recht einfach gehaltene Chassis ist vom Prinzip her schnell zusammen gebaut.
Stichwort fotogeätzte Bremsscheiben:
Um den Bremsscheiben einen realistischer Look zu verpasenn kann man diese z.B. mit Schnirgelpapier in kreisförmig anschleifen und anschließend diese mit verdünnter schwarze Farbe aus dem Tuschkasten anmalen. Anschließend kann man die noch leicht feuchte Farbe mit z.B. einen Haushaltstuch oder Q-Tip abwischen so das nur die Farbe in den den Vertiefungen bleibt.

Allerdings nicht wenn man den Unterboden und die vorderen Innenkotflügel mit Carbon Decals, wie sie zum Beispiel von Scalemotorsport (SMS) vertrieben werden, bekleben möchte. Diese  Arbeit nimmt einige Zeit in Anspruch. So wurden beispielsweise am Diffusor zuerst die einzelnen Finnen mit Decals versehen und anschließend die Zwischenräume beklebt. Die Frontpartie blieb ebenfalls nicht verschont und wurde mir Decals aus dem Hause SMS versehen.

Das Cockpit
Auch das Cockpit ist gemessen an der Anzahl der Teile sehr übersichtlich gehalten. Lobenswert ist, dass Türverkleidungen als einzelne Bauteile ausgeführt sind. Um den Sitzbezug zu imitieren, wurde dieser mit der Mehlmethode behandelt bevor er in Mattschwarz lackiert wurde.
Stichwort Mehlmethode:
Um Bezug des Sitzes zu imitieren wird dieser zuerst mit Farbe (in diesem Fall habe ich  Revell Aqua Color 08; Mattschwarz verwendet) bemalt und die noch nasse Farbe dann mit Mehl durch ein Sieb bestäubt. Nachdem das Mehl getrocknet ist wird dann der  Sitz mit der Airbrush Gun lackiert.
Das Cockpit selbst ist, wenn erstmal alle Teile laut Bauanleitung bemalt und Decals versehen sind, schnell komplettiert. Damit sind dann schon zwei der drei Hauptkomponenten des Nismo R35 fertig.

Die Decals
Beide Versionen, sowohl die Xanavi als auch die Motul Variante, werden mit mehr als 100 Decals versehen. Das klingt erstmal viel ist aber gar nicht so schlimm.
Es empfiehlt sich zuerst die Flächendecals 1 bis 4 aufzubringen. Doch Vorsicht ist geboten, denn die Decals sind sehr knapp bemessen, schnell entsteht ein Lücke die anschließend nicht mehr verdeckt werden kann.
Die Decals (Nr.9 und 10) auf dem Dach sollte man erst ganz zum Schluss aufbringen.
Bevor die Decals auf dem Chromdach aufgebracht werden sollte man dieses mit einer Schicht Klarlack versiegeln. Dieses habe ich erst später herausgefunden als ich die ersten „Kratzer“ in dem Chrom hatte.
Das Chromdach soll laut Bauanleitung erst angebaut werden wenn schon die Karosserie mit dem Chassis verbunden ist. Dieses erschwert jedoch eine Versiegelung der Decals mit Klarlack.
Um die Decals auf dem Dach anzubringen habe ich das Chromdach auf die Karosserie aufgelegt und an den entsprechenden Stellen die Decals eingeschnitten so das ich das Dach anschließend wieder entfernen konnte.
Abschließend versiegelte ich die Decals noch mit einer Schicht Klarlack.

Das Finale
Sind erstmal alle Decals aufgebracht kann es ans komplettieren der Karosserie gehen. Hier müssen noch die Kühlermaske, die Scheinwerfer und Rücklichter angebaut werden.  Ebenso müssen auch noch die Scheiben angebracht werden.
Ist dieses geschehen können alle drei Hauptkomponenten; das Chassis, das Cockpit und die Karosserie zusammengebaut werden.
Erst anschließend kommen die Räder an das Auto.
Die Sponsorenbeschriftung auf den Reifen kann entweder mittels Airbrush (eine Schablone liegt dem Ätzsatz bei) oder mit den beiliegenden Decals angebracht werden. Allerdings haftet die Farbe mehr schlecht als recht auf den Reifen obwohl diese gründlichst gereinigt worden sind.
Jetzt muss nur noch der riesige Heckspoiler und diverse Kleinteile, wie zum Beispiel die fotogeätzten Haubenverschlüsse angebracht werden und fertig ist das Modell.

Fazit
Mit dem Xanavi Nismo GT-R R35 hat Tamiya wieder mal einen sehr guten Bausatz mit hoher Passgenauigkeit auf den Markt gebracht der eigentlich nur eine Schwäche hat. Die Verbindung zwischen Karosserie und Chassis. Diese wird Vorne geratet und in der Mitte unter dem Chromdach mit einem Stift fixiert. Diese Methode erschwert das anbringen und versiegeln der Decals auf den Dach erheblich.
Alles in Allem aber ist der Bausatz uneingeschränkt weiter zu empfehlen.

 

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